"Heilt mit Nachsicht. Schenkt eurer Wissen denen, die es benötigen und
macht keinen Unterschied, wen ihr behandelt. Im Kampf gegen Krankheit und Tod sind wir alle gleich. Vertraut auf eure Fähigkeiten und auf Garlens Hand.
Und wo eurer Wissen enden mag, dort bedient euch aus dem
reichlichen Garten, den die Passionen uns geschenkt haben."

- Gerandin, elfischer Heiler aus den Zeiten vor der Plage -

Von Kräutern und Heilpflanzen

 

Abenteurer, die durch die Wildnis Barsaives streifen, treffen oft Tage-, manchmal Wochenlang, auf keine Siedlung oder einen anderen Namensgeber. Dafür kreuzt ihr Weg oft den furchteinflößender Kreaturen und wilder Bestien, die jedes Eindringen in ihr Territorium mit aller ihnen zur Verfügung stehender Macht und Kraft ahnden.
Kaum eine Abenteurergruppe kann sich so glücklich schätzen, einen erfahrenen Heiler oder Arzt dabei zu haben, der Wunden, Krankheiten und andere Leiden behandeln kann. Glücklicherweise ist die Flora Barsaives reich an Heilpflanzen und -kräutern, die in Notsituationen gute Dienste leisten können- vorrausgesetzt, man kann sie erkennen und weiß um ihre Kräfte.
Im Folgenden ist eine kleine Liste Barsaivischer Pflanzen und Kräuter aufgeführt, die sowohl heilbringender als auch gefährlicher Natur sind.

Die komplette Liste der Kräuter, zusammengestellt von Norbert Wituski und Peter Eck, steht bei der Rollenspielrunde Franken zum Download bereit.

Spieltechnische Hinweise:

Preis
Sofern nicht anders angegeben, sind alle Preise in Silberstücken gerechnet.

Verfügbarkeit
Nicht jede Pflanze ist überall zu bekommen. Manche, speziell die Grundstoffe zur Giftherstellung, sind in bestimmten Städten und Gegenden verpönt oder verboten. Andere sind so selten, daß sie horrende Preise auf den Märkten erzielen können.
Pflanzen, die in schwer zugänglichen Gebieten wie z. B. dem Blutwald oder den Nebelsümpfen vorkommen, werden außerdem nur selten ihren Weg in die Sortimente von Kräuterhändlern und Alchimisten finden. Um an solch außergewöhnliche Zutaten zu kommen, muß man sich schon selbst dorthin auf den Weg machen.

Haltbarkeit
Nach der Ernte beginnen Pflanzen und andere natürliche Substanzen, ihre Kräfte zu verlieren und verderben schließlich, wenn man sie nicht auf irgendeine Weise konserviert. Die Haltbarkeit gibt diesen Zeitraum wider. Sie kann durch bestimmte Methoden wie z.B. Trocknen, Einlegen, Räuchern oder ähnliches erhöht werden.

Vorkommen
Der Ort, an dem die Pflanze am besten gedeiht.

Verwendung
Die Namensgeber verwenden Pflanzen und Kräuter seit langer Zeit, um Krankheiten, Gifte oder Verwundungen zu bekämpfen. Es sind aber auch eine Unzahl von magischen Tränken bekannt, die verschiedenste Wirkungen haben, vom Liebes- bis zum Ausdauertrunk, von der Insektenabwehrsalbe zum Breiumschlag gegen Hühneraugen. Natürlich benutzen die Namensgeber die Kräfte der Natur nicht nur zum Wohl, sondern auch zum Weh: viele Pflanzen sind die Ausgangsstoffe für hochwirksame Gifte und erfreuen sich in manchen Gegenden einer großen Nachfrage...

Mindestwurf
Der Mindestwurf zur Identifikation der Pflanze. Die Probe wird mit einer passenden Fertigkeit abgelegt, z.B. Botanik, Alchimie und Tränke, Kräuterkunde etc.
Adepten bestimmter Disziplinen wie z.B. Elementaristen, Scouts, Schamanen und Waldläufer dürfen auch Halbmagie-Proben ablegen, um Kräuter zu erkennen.
Die Informationen, die ein Charakter über eine Pflanze herausfindet, hängt vom Erfolgsgrad der Wissensprobe ab:
Durchschnittlicher Erfolg Der Charakter kennt den Namen des Krautes.
Guter Erfolg Der Charakter kennt den Namen des Krautes und hat eine gewisse Vorstellung, wozu es verwendet werden kann (z.B. zur Heilung, als Abführmittel, zur Stärkung..)
Hervorragender Erfolg Der Charakter hat eine genaue Vorstellung davon, wozu das Kraut dient. Er kennt eine Handvoll Rezepte, in denen es Verwendung findet.
Außergewöhnlicher Erfolg Der Charakter weiß fast alles über das Kraut, und kann problemlos neue Verwendungszwecke dafür ersinnen.

Kleine Kunde der Kräuter und magischen Substanzen Barsaives

 

- von Gadiana Efeublau, ergänzt durch verschiedene Beiträge von Nividia, Scholarin der Großen Bibliothek -

Arastang


Preis: 10/Unze
Haltbarkeit: frisch drei Tage, getrocknet mehrere Jahre
Vorkommen: Im Arasmeer oder an Stränden
Verwendung: Elementarmagie, Wundheilung
Mindestwurf: 6

Der grünblaue Tang ist entlang den Ufern des Arasmeers für seine blutstillende und fiebersenkende Wirkung bekannt. Mancherorts wird er getrocknet und zu einem geschmackvollen, leicht harzigen Tee aufgegossen, der besonders unter Seeleuten beliebt ist.Elementaristen schätzen den Arastang als Zutat für magische Tränke und in Ritualen.

Drachenfeuer

Preis: 30/Unze
Haltbarkeit: frisch eine Woche, eingelegt 2 Monate
Vorkommen: Drachenberge, auch in sandigen Steppengebieten
Verwendung: Magieverstärkend, Schärfung der Sinne, leicht fieberfördernd
Mindestwurf: 12

Das Drachenfeuer gilt unter Alchimisten als eine hochwertige Substanz, da ihm magiefördernde Eigenschaften zugesprochen werden. Es findet auch Verwendung in Tränken und Salben, die die Wahrnehmung steigern sollen, verursacht aber bei Einnahme ein leichtes Fieber und manchmal sogar Halluzinationen.
Aufgekocht in einem bestimmten Sud aus verschiedenen Zutaten kann das Drachenfeuer auch länger haltbar gemacht werden. Frisches Drachenfeuer ist aber hochgradig wirksamer als eingelegtes.

Faraganfrucht

Preis: 8/Stück
Haltbarkeit: frisch 5 Tage, getrocknet drei Monate
Vorkommen: mittleres und südliches Barsaive, Thera
Verwendung: Sehr Nahrhafte Frucht, Bindemittel zur Herstellung von Tränken
Mindestwurf: 8

Faraganbäume wurde in den Zeiten vor der Plage häufig in Gärten und Plantagen angebaut, sind heute aber sehr selten. Die hellroten Früchte schmecken süßsauer und haben ein volles Aroma. Vielerorts gelten sie als Delikatesse.
Getrocknet können Faraganfrüchte als Bindemittel für magische Tränke benutzt werden und geben ihnen einen fruchtigen Geschmack, der andere, weniger schmackhafte Zutaten übertönt. Viele Tränke und Gebräue werden erst so genießbar...

Gnullpilz

Preis: 1/Stück
Haltbarkeit: frisch zwei Tage, getrocknet bis zu einem Jahr
Vorkommen: Sumpfgebiete und schattige Wälder im Norden Barsaives
Verwendung: beliebter Giftpilz
Mindestwurf: 7

Der Gnullpilz ist ein beliebter Giftpilz, dessen Gift hauptsächlich für Köder benutz wird. In Städten verwendet man es zur Bekämpfung von Ratten und Ungeziefer; die Orkbrenner der nördlichen Ebenen fertigen daraus durch wiederholtes Einkochen ein wirksames Pfeilgift.
Obwohl sein Gift eher zu den milden gezählt wird, kann der Pilz auch für einen kräftigen Namensgeber tödlich sein, wenn er in großen Mengen eingenommen wird.
Es gibt allerdings einige Orkstämme, die den Gnullpilz auch zum kochen verwenden. Wie sie es schaffen, sein Gift zu neutralisieren, ist aber ein gut gehütetes Geheimnis.

Rhyllis

Preis: 5/Unze
Haltbarkeit: getrocknet mehrere Monate
Vorkommen: überall, bevorzugt an Gewässern und Flüssen
Verwendung: Gewürz, Übertönung von Gerüchen
Mindestwurf: 5

Die Rhyllis ist ein wild wucherndes Kraut, das fast überall in Barsaive zu finden ist. Im Frühling bildet sie in den Steppen oft weite Teppiche flammenden Gelbs.
Im Spätsommer trägt das Kraut schotenförmige rote Früchte, die einen intensiven, scharfen Geschmack haben und daher ein beliebtes Gewürz sind.
Fährtensucher schätzen die Pflanze noch aus einem anderen Grund. Die Wurzeln und die gelben Blüten können zu einer Paste verarbeitet werden, deren starker Geruch den des eigenen Körpers übertönt. Spurenhunde, Wölfe und andere Tiere, die auf Witterung angewiesen sind, haben es somit schwer, jemanden wahrzunehmen, der die Salbe über seinen Körper reibt.

Savakraut

Preis: 3/Unze
Haltbarkeit: eine Woche
Vorkommen: Zwielichtgipfel und südliche Hochebenen
Verwendung: vermindert Wirkung alkoholischer Getränke, entgiftend
Mindestwurf: 7

Das Savakraut ist unter den Trollen der Zwielichtgipfel als wirksames Mittel gegen die Auswirkungen durchzechter Nächte bekannt. Sie bereiten aus den verzwirbelten Ästen einen Sud, der zwar grauenvoll schmeckt, aber jeden Kater heilt. Der Sud wirkt auch vorbeugend, so daß man nach Einnahme wesentlich mehr Alkohol verträgt, als sonst.
Die orangeroten Beeren des Krautes sind genießbar und haben einen intensiven sauren Geschmack. Man sagt ihnen eine leicht gifthemmende Eigenschaft nach.

Uferdreiblatt

Preis: 25/Unze
Haltbarkeit: getrocknet unbegrenzt
Vorkommen: Süden Barsaives, Hauptsächlich in Sumpfgebieten
Verwendung: Lähmungsgifte, Duftwasser
Mindestwurf: 9

Das Uferdreiblatt verströmt einen schweren süßen Geruch, der von den meisten Namesgebern als sehr angenehm empfunden wird. Astendar-Questoren sammeln die Blumen oft, um an Feiertagen Kränze und Gestecke aus den schönen Blumen zu fertigen.
Wenn sie verwelkt sind, werden die trockenen Blüten eingekocht; aus dem Sud wird ein außergewöhnliches Duftwasser hergestellt, das allerdings seinen Preis hat.
Bei der Herstellung des Duftwassers muß eine ganz bestimmte Vorgehensweise eingehalten werden, da das Uferdreiblatt eigentlich eine Giftpflanze ist. Sie enthält ein starkes Lähmungsgift, das bei falscher Verarbeitung in das Duftwasser gelangen kann.

Yggalbeere

Preis: 40/Unze
Haltbarkeit: außerhalb des Giftwaldes zerfallen die Beeren in kürzester Zeit, wenn sie nicht mit speziellen magischen
Mitteln konserviert werden.
Vorkommen: Giftwald
Verwendung: Ausdauertränke, verursacht schwere Halluzinationen, extrem nahrhaft
Mindestwurf: 9

Soweit bekannt, kommt die Yggalbeere ausschließlich im Giftwald vor. Ihr werden unterschiedlichste magische Eigenschaften zugeschrieben, von denen einige aber übertrieben sind.
Fest steht, daß die Beere zwar nicht gut schmeckt, aber extrem nahrhaft ist, und bestimmt schon manchem Abenteurer, der in den Tiefen des Giftwaldes umherirrte, das Leben gerettet hat.
Die Beeren fördern die Ausdauer und ermöglichen es, die Grenzen seines Körpers weit zu überschreiten. Ein Nebeneffekt der Beeren sind starke Halluzinationen, die mit gesteigertem Verzehr immer deutlicher und eindringlicher werden- und selten angenehm sind.

(c) 1996 by Norbert Witulski, erweitert durch Peter Eck und Wyvern