Das Kloster im Schlund


Das Kloster im Schlund liegt im Herzen der Frostebene. Der „Schlund“ ist eine fast kreisrunde Schlucht, die gut hundert Meter tief in den Boden führt. Die Schlucht wurde vor langer Zeit durch enorme Elementarmagie erschaffen. Noch heute vibriert der Astralraum geradezu von den Auswirkungen dieser Magie.
Der Schlund ist in mehrere Etagen aufgebaut, von denen aber nur die oberste zu sehen ist. Sie scheint eine Aneinanderreihung von Höhlen zu sein, aus denen enorme Wassermengen in die Tiefe des Schlundes fallen. Ein gewaltiges Tosen erfüllt die Luft. In etwa zwanzig Metern tiefe, hinter den Wassermassen verborgen, beginnen die Räume des Klosters. Die Hallen sind kreisförmig entlang Wandelganges angeordnet, der zum Wasserfall hin mit elementarer Luft versiegelt wurde. Es gibt drei solcher Wandelgänge, auf drei Etagen angeordnet. Die unterste Ebene liegt am Boden des Grundes, wo das Wasser zu einem unterirdischen Fluß zusammenläuft. Diese Ebene liegt bereits unter des Wasseroberfläche und von dort in die Wassermassen hinaufzublicken, ist ein atemberaubendes Erlebnis.
Im Kloster gibt es unterschiedliche Bereiche; die heiligen Gebetshallen, zwölf an der Zahl, für jede der Passionen eine. In der Tat verehrt der Orden noch alle Passionen, also auch die, die während der Plage wahnsinnig wurden, allerdings unter ihrem alten Namen. Des weiteren gibt es natürlich Unterkünfte, Bibliotheken, Labore, Pflanzungen und sogar Ställe, in denen die Mönche die Tiere der Frostebene als Lasttiere abrichten oder als Nutztiere halten. Insgesamt ist das Kloster vollkommen autark, eben wie ein Caer von der Umwelt unabhängig.
Trotz seiner starken Magie blieb das Kloster während der Plage unentdeckt von den Dämonen, was vielleicht auch an der lebensfeindlichen Umgebung der Frostebene lag. Das Geheimnis der Frostebene ist übrigens auch den Qrdensbrüdern- und Schwestern nicht bekannt. Sie existierte schon lang vor dem Kloster und wurde eben als geeigneter, abgeschiedener Standort ausgewählt.
Zugang zum Tempel kann man nur durch den sogenannten „Sprung des Glaubens“ erlangen. Dabei muß man sich an einer bestimmten Stelle in das tosende Wasser hinabstürzen. Elementarmagie erzeugt dort einen Wassersog, der einen durch die hinabstürzenden Fluten hindurchzieht und auf der anderen Seite in die Eingangshalle des Klosters schleudert. Elementaristen können diese Stelle aufspüren, aber es gibt auch versteckte Runen, die den Weg weisen. An jeder anderen Stelle ist ein Sprung in den Wasserfall der sichere Tod.

Das Kloster wurde lang vor der Plage gegründet vom Orden des Lichts gegründet und bot während den dunklen Zeiten als Caer vielen hundert Namensgebern Schutz. Der Orden des Lichts war eine Gemeinschaft von Wissenschaftlern und Questoren, die ihr Leben der Forschung und der Verbreitung des Guten widmeten. Sogar während der Plage verließen immer wieder Mönche das Kloster, um gegen die Dämonen zu kämpfen.
Heute leben noch etwa hundert Mönche und Nonnen in dem Kloster. Es geschieht selten, daß einer von ihnen das Kloster verläßt um in die Welt zu ziehen, und noch seltener kommt ein Fremder durch den Wasserfall in das Kloster. Die Ordensbrüder- und Schwestern führen ein friedliches, ruhiges Leben. Einige von ihnen widmen sich noch immer der Forschung im Bereich der Magie und Naturwissenschaften, aber die meisten ziehen das friedliche Klosterleben und die Zweisprache mit den Passionen dem Streben nach Wissen vor.
Unter Abt Ruhal war es nicht erwünscht, daß die Mönche das Kloster verließen, um ihr Wissen mit den Völkern Barsaives zu teilen. Seiner Ansicht nach, waren sie noch nicht reif für das Erbe des Klosters. Erst nach seinem Tod und nachdem die Äbtissin Taleina die Führung des Ordens übernahm, regte sich ein neuer Geist im Kloster. Es wurden kleine Gruppen von Mönchen nach Barsaive entsandt, um zu erkunden, wie die Völker die Plage überstanden haben. Die Mönche reisten inkognito und sammelten allerlei Informationen, die sie ins Kloster zurückbrachten. Besonders die Organisation der Lichtbringer war für den Orden von Interesse, da sie die gleichen Ideale verfolgten. Sie waren auch die ersten, die von der Existenz des Klosters erfuhren. Seither herrscht ein reger Austausch zwischen den beiden und es gibt sogar einige wenige Lichtbringer, die die Ehre hatten, in das Kloster eingeladen zu werden.
Taleina plant, die Existenz des Klosters bald den höchsten Würdenträgern Barsaives mitzuteilen und das jahrhundertealte Wissen des Klosters mit ihnen zu teilen.

Im Herzen des Klosters steht eines der größen Heiligtümer Barsaives, der Baum das Lichts, der auch dem Orden seinen Namen gab.