Die Küche der T'skrang

 

Die T'skrang haben -wie könnte es sonst sein- die Kunst der Fischzubereitung zur Meisterschaft gebracht. Der Schlangenfluß ist eine reiche Vorratskammer, aus der man sich nur besdienen muß. Die großen Seen und das Aras-Meer ergänzen die ohnehin große Vielfalt der Flüsse durch weitere Köstlichkeiten.
Überall entlang des Schlangenflusses finden sich Flußkrebse und Süßwassermuscheln. Das Arasmeer birgt ausgesprochen schmackhafte Salzwasser-
fische, Hummer, Garnelen und köstliche Muschen, wie zum Beispiel die Astendaris, eine Auster, der eine Erhöhung der Manneskraft zugesprochen wird.

Flussgarnelen in Hellem Pestainsud
(Grünes Garnelencurry)

Es folgt ein delikates Rezept der berühmten T'skrangmeisterköchin Shimonen Ill'Shanom, der ich für den einmaligen Einblick in ihre sonst sorgsam gehütete Küche untertänigste und unendliche Dankbarkeit ausspreche.
- Jollonias, Kombüsenkoch des throalischen Handelsschiffes "Gischtkrone"

"So, du willst also wissen, was ihr letzten Abend gegessen habt und eurem Kapitän so gut auf der Zunge lag? Normalerweise teile ich meine Rezepte nicht mit anderen, aber weil ihr unserem Schiff einen satten Gewinn eingebracht und du mir bestimmt am Ende unsres Gespräches diese schöne Mantelnadel hier lassen wirst, mache ich eine kleine Ausnahme. Also hör gut zu und spitz deine Feder, kleiner Bursche.

Für dieses Gericht benötigst du
1 kg Garnelen
3 Knoblauchzehen
1 cm Jollus-Wurzel (Ingwer)
4 Frühlingszwiebeln
2 grüne Rachenputzerschoten (Chillies), aus denen du die Kerne entfernst und sie fein hacken mußt
3 Esslöffel Öl
1 Esslöffel Pestainpulver (am besten zu ersetzen durch Koriander)
½ Teelöffel Fenchelsamen
¼ Teelöffel Senfkörner
1 guten Becher (250 ml) Kokosmilch
1 Becher frischer Pestain (Korianderblätter), gehackt

Fange die Garnelen in einer klaren Vollmondnacht, dann sind sie träge und lassen sich leicht in deine Fangkörbe locken. Die besten und fettesten gibt es zweifelsohne am Südlauf der Großen Schlange oder in den Stromschnellen nahe Urupa. Wenn du zu ungeschickt für den Garnelenfang bist -wie die meisten deiner Rasse- versuche dich an Krebsen, die sich auch ganz gut in diesem Mahl machen.
Schäle die Garnelen, laß aber den Schwanz dran- wir T'skrang schneiden unserem Essen nie den Schwanz ab, das wäre respektlos gegenüber der Großen Mutter, die uns nährt. Ritze längs den Rücken ein und entferne den Darm, er gibt einen unfeinen Geschmack.
Nimm ein festes Brett und ein scharfes Messer und hacke den Knoblauch, die Jollus-Wurzel, die Frühlingszwiebeln und die Rachenputzer fein zusammen. Träufle das Öl darauf und vermische alles zu einer sämigen Paste. Diese brätst du kurz (etwa zwei Minuten) in einem heißen Topf, am besten einem feinen Messingkessel von Shannish, meiner Tochter, die entlang des gesamten Mittellaufes die besten und zuverlässigsten Küchenwaren verkauft. Sie wird dir bestimmt einen guten Preis machen, wenn du sagst, daß ich dich schicke.
Gibt nun das Pestainpulver, die Fenchel- und die Senfsaat sowie die Kokosmilch dazu und köchle das ganze für ein paar Augenblicke (etwa 3-4 Minuten). Geh derweil zum Fluß hinab und hol einen Krug (etwa 1/8 l) Wasser, das du bei deiner Rückkehr in den Kessel gießt. Deck die Feuerglut etwas ab und laß den Sud bei geringerer Hitze weiter ziehen (etwa 4 Minuten). Gibt zuletzt die Garnelen in den Topf und laß sie unter aufmerksamen Rühren so lange garen, bis sie eine rosige Farbe annehmen und fest werden. Nimm nun den frischen Pestain und halte ihn in alle Himmelsrichtungen, um den Geist der Winde in dein Mahl zu bitten. Rühr die Blätter dann schnell unter und nimm den Kessel vom Feuer.
Serviere dazu am besten gewürzten Drannah (am besten zu ersetzen durch Reis)."