Die Küche der Trolle

 

ei den Trollen wird herzhaft und deftig gekocht- kaum verwunderlich, wenn man ihre Lebensweise kennt. Man findet zahlreiche Fleischgerichte in den verschiedensten Formen, wobei die Zubereitung als Braten oder Spieß über offenem Feuer den meisten anderen Gararten vorgezogen wird. Hochlandtrolle jagen bevorzugt das Wild der Berge, und es gibt eine Unzahl von Gerichten mit Ziegen- und Schafsfleisch. In vielen Gegenden wird auch Bär und Berglöwe zubereitet, wobei hier besonders die Innereien als Delikatesse gelten. Grundsätzlich kann man aber sagen, daß Trolle alles kochen, was ihnen vor den Bogen kommt...

Wegen der spärlichen Vegetation in den Gebirgen müssen die Trolle auf das zurückgreifen, was ihre Frauen in den Tälern sammeln oder auf kleinen Feldern anbauen können. Hier sind vor allem Pilze, Wurzeln, Rüben und Zapfen zu nennen, die jedem Mahl eine würzige Note verleihen. Besonders beliebt zum Würzen sind die vielen Wildkräuter, allen voran die Erdzwiebel, die einen besonders intensiven Geschmack gibt- von dem man auch mehrere Tage nach dem Essen noch etwas hat...
Trolle bereiten ihre Mahlzeiten sehr oft mit Wein oder Bier zu, getreu dem Motto "Ein Schluck für mich, einer für den Braten."

Ofenfleisch von den Zwielichtgipfeln
(Deftige Rindfleischkasserolle)

- Aus der Legende von Blaumantel und Forkham: "Der Bruch der Brüder" -
Nach diesem Abenteuer lud Forkham Blaumantel ein, ihn in sein Dorf in den Zwielichtgipfeln zu begleiten und sein Gast zu sein. Der Herbst in Forkhams Tal war erfüllt von wagemutigen Jagden, großartigen Kämpfen und heroischen Liedern. Als aber die Tage kürzer wurden und der erste Schnee die Gipfel der Osthänge berührte, unternahm Blaumantel mit Forkham lange Wanderungen durch die zerklüfteten Hänge seiner rauhen Heimat. Wann immer sie durchfrohren und erschöpft in die Wärme von Forkhams Haus zurückkehrten, wartete sein Weib Hanagh mit Wein, Brot und köstlichem Ofenfleisch auf die Heroen. Doch es war nicht allein Hanaghs Kochkunst, die allabendlich die Wärme wieder in Blaumantels Herz brachte, sondern der strahlende Glanz ihrer Augen und der Liebreiz ihrer Gestalt."

"Auf den Spuren von Blaumantel tragischer Geschichte war ich vergangenen Winter Gast in Forkhamstal; in der Tat wird dort noch immer das köstliche Ofenfleisch nach Hanaghs Rezept zubereitet und auch ich erlag seinem urtümlichen Geschmack. Bevor ich mich wieder auf den Weg machte, ließ ich mir von der Wirtin Jollis das Rezept geben.
- Allanbry, reisender Gelehrter aus Throal, Auszug aus seinem Reisebericht "Auf den Spuren von Legenden"-

Du benötigst
750 g Rindfleisch (Schorrippe oder Grat), gewürfelt
2 Esslöffel Mehl
Pfeffer
2 Esslöffel Olivenöl
250 ml Rotwein
1 Lorbeerblatt
1 Teelöffel frische Thymian
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
2 Eßlöffel eingemachte Tomaten (Tomatenmark)
1 Teelöffel Wacholderbeeren
12 kleine Zwiebeln
2 Möhren, in Scheiben
1 Talwurzknolle (Selllerieknolle)
1 Lauchstange, in Stücken

"Sorge dafür, dass du den Steinofen früh am Morgen gut anheizt, denn er muss gut warm sein für dieses Gericht. Gegen Mittag nimmst du das Rindfleisch, das du in Stücke geschnitten hast, und ziehst es ordentlich durch Mehl und Pfeffer. Brat die Stücke in heißem Öl in einer großen Pfanne an, bis sie braun sind und fülle sie dann in einen Ofentopf (eine Kasserolle). Schütte den Wein in die Pfanne und löse damit das restliche Fleisch und die Mehlkruste. Rühr den Sud gut zusammen und gib den Thymian, den Lorbeer, den Knoblauch, die eingemachten Tomaten und am Schluss die Wacholderbeeren hinzu. Lass ihn etwas köcheln und gieße ihn dann über das Fleisch im Ofentopf. Verschließ den Topf gut und stell ihn für gut eine Stunde in den Ofen (bei 180 °). Währenddessen schneidest du die Möhren in Scheiben, den Lauch und Talwurz in etwa daumenbreite Stücke. Die Zwiebeln achtelst du und holst dann den Topf wieder aus der Glut. Gib Möhren, Talwurz und Zwiebeln hinein und lass das ganze eine weitere halbe Stunde im Ofen. Nimm ihn nocheinmal heraus und gib den Lauch hinzu. Der Topf soll nun noch eine halbe Stunde im Ofen bleiben, damit das Fleisch schön mürbe wird.
Wenn du eine hungrige Meute satt bekommen musst, serviere das ganze mit einem Sack gekochter Groma (am besten zu ersetzen mit Kartoffeln)."