Nenoris' Kelch der Gezeiten

Art: Elementarismus

Der Kelch der Gezeiten wurde in der Dämmerung der Plage von dem orkischen Elementarist Nenoris geschaffen.
In jener Zeit blühte der Seehandel auf dem Arasmeer ein letztes Mal vor Beginn der Langen Nacht auf, da unzählige Güter in fieberhafter Eile von den theranischen Provinzen nach Barsaive gebracht werden mußten. Nenoris arbeitete an Bord der theranischen Handelsgaleere Senthura. Er liebte das Meer wie nichts anderes auf der Welt und man sah ihn oft stundenlang am Bug des Schiffes sitzen und über die dunklen Wellen bis an den fernen Horizont blicken.
Im Laufe der Jahre und den unzähligen Abenteuern, die er an Bord der Senthura erlebte, sammelte der Elementarist einzigartiges Wissen über die Wege der See. Weil ihm Pergament oder Papier angesichts der ständigen Seestürme und des feuchten Klimas nicht dauerhaft genug erscheinen, ersann er den Kelch, um sein Wissen und seine Zaubersprüche darin festzuhalten.
Eines Tages geriet die Senthura in einen gewaltigen Sturm; Legenden berichten, daß er von einem der ersten Dämonen erschaffen wurde, die fortan das Meer unsicher machten. Der Dämon erzeugte einen gewaltigen Wasserwirbel und die Senthura, mit jeder Namensgeberseele an Bord, wurde in die dunkle Tiefe der Fluten gerissen. Nur Nenoris konnte sich auf einem kleinen Stück des zerborstenen Mastes retten.
Drei Tage und drei Nächte trieb er, an das Holz geklammert, durch den tosenden Sturm. Mit letzter Kraft hatte er eine kleine Schutzkugel elementarer Magie um sich gewoben, die die Wellen wie einen Spielball zwischen sich hin und her warfen. Die ganze Zeit hatte der Dämon nicht von ihm abgelassen, denn er wollte sein Opfer nicht ungeschoren entkommen lassen. Er entfachte die Gischt immer höher und höher, verhöhnte und verspottete den tapferen Ork. Als Nenoris schließlich spürte, wie seine Kräfte schwanden, nahm er den Kelch und schrieb darin seine letzten Worte nieder.
Mit letzter Kraft Benannte er den Dämon, der seine Kameraden brutal ertränkt hatte und als der Name erklang, erglühte der Kelch in blauem Feuer. Dann warf Nenoris den Kelch mit aller Kraft weit in die brodelnden Fluten und noch während er in den dunklen Tiefen verschwand, verschlang der Dämon den sterbenden Ork.
Jahrhunderte später, als die Lange Nacht vorbei war und die Ufer des Arasmeers wieder besiedelt worden waren, fand ein junger Fischer Nenoris' Kelch am Strand liegen. Der Fischer glaubte, das makellose Kleinod sei ein Geschenk der Passionen und brachte ihn in sein Dorf, wo er einige Jahre in einem Schrein verehrt wurde. Doch schließlich wurde die Siedlung von Seepiraten überfallen und zerstört, und der Kelch ging wieder verloren. Einige Zeit später tauchte er auf dem Schwarzmarkt in Urupa auf, wo er von dem T'skrang Visthranna aus dem Haus V'strimon erworben wurde. Visthranna erkannte den Wert des Kelches und überbrachte ihn der Shivalahala seines Aropagoi als Geschenk. Man sagt, daß die Shivalahala höchstpersönlich den Kelch und seine Geheimnisse studierte und die Zaubersammlung sogar um einen ihrer eigenen ergänzte.
Einige Jahre später erwies eine Abenteurergruppe namens Silberkessel dem Aropagoi einen großen Dienst, indem sie ein Flußungeheuer erlegte, daß die Haupthandelsroute des Hauses unsicher machte. Als Dank für ihre Arbeit schenkte ihnen die Shivalahala den Kelch. Marsabit, der Elementarist der Gruppe, bewahrte den Kelch einige Zeit auf und ergründete seine Geheimnisse. Als seine Gruppe in den Tiefen der Scolberge von einem Dämon aufgerieben wurde, entschloß Marsabit, der das Massaker als einziger überlebt hatte, seinen Frieden an den Ufern des Arasmeeres zu finden. Einige Monde wanderte der Zwerg auf den Spuren Nenoris und ergänzte seine Schriften durch einige kleine Zusätze. Schließlich erwarb er eine kleine Fischerhütte an den Westufern des Meers und starb kurze Zeit später. Die Dorfbewohner, die nichts vom wahren Wert des Kelch verstanden, verkauften ihn zusammen mit Marsabits anderen Habseligkeiten an einen fahrenden Händler.
Der weitere Verbleib des Kelchs ist unbekannt, aber wenige Monde nach Marsabits Tod suchte Visthranna im Auftrag seiner Shivalahala das Fischerdorf auf und war scheinbar sehr am Verbleib des Artefakts interessiert.

Der Kelch enthält folgende Zaubersprüche: