Gerüchte und Erzählungen

 

- Dieses Gerücht schnappte ich in einer Taverne in Märkteburg von einem Söldner namens Gerod auf; ob es der Wahrheit entspricht, wissen nur die Passionen; die Alkoholfahne die ihn umgab, läßt jedoch eher auf eine rege Phantasie deuten...

-Dwengaidwig, fahrender Schreiber

"Ja, füll meinen Glas nur weiter mit Wein, Fremder, und ich erzähle dir eine Geschichte, die ich im fernen Osten Barsaives aufgeschnappt habe. Hör gut zu- Ich wurde angeheuert von einem zwergischen Händler, als Bewacher für seine Karawane, zusammen mit einigen anderen Gesellen, die in der Kampfkunst geübt waren.
Wir zogen gen Osten, zu den Minen von Ro’Quas in den südlichsten Ausläufern der Caucavia-Berge. Die Clansherren von Ro’Quas waren scheinbar Verwandte unseres Karawanenführers, hatte einen guten Handel mit ihnen abgeschlossen der alte Gauner... aber ich schweife ab, muß der Wein sein.
Nun- wir waren auf ein kleines Städtchen gestoßen Cícatha oder so... dort kehrten wir in ein Gasthaus ein, ein gutes Haus, das kann ich euch sagen, Freunde. Guter Wein, schöne Mädchen....- wo waren wir? Ach ja- an diesem Abend jedenfalls kehrte in das selbe Haus eine Gruppe von Abenteurern ein. Sie hatte einen Namen, nur erinnere ich mich nicht mehr daran. Aber eine knackige Elfe hatten sie dabei, eine Schützin. Wunderschöne blaue Augen und Haare wie Gold und einen Körper sag ich euch- sie hieß Rialla, ah... Rialla. Ich persönlich finde ja, daß solche Damen nicht in der Wildnis herumziehen sollten, sondern lieber Heim und Herd eines Mannes und seine Kinder hüten sollte... Aber nun ja... Die Abenteurer setzten sich an den Tisch direkt neben uns und ich konnte zufällig mithören, worüber sie sich unterhielten.
Sie waren auf der Suche nach einem seltsamen Mann, der noch weiter im Osten, fast an den Grenzen des bekannten Landes lebte. Ein Obsidianer, schlohweiß mit glühenden Augen, ein Geisterbeschwörer wohl- unheimlich, sag ich euch. Wer weiß, was sie von dem wollten. Sie redeten mit dem Schankwirt, und der wußte tatsächlich von diesem geheimnisvollen Obsidianer zu berichten. Scheinbar gibt es im fernen Osten von Cícatha einen seltsamen Ort, der die Ebene der Heulenden Säulen genannt wird. Dort gibt es Felsen, die wie Finger aus dem Boden ragen, mehrere duzend Ellen hoch, aber kaum zwei oder drei Mann im Durchmesser. Sie stehen dicht nebeneinander zu hunderten über die ganze Ebene verteilt und wenn der Wind durch die engen Zwischenräume streicht, entsteht ein seltsames, klagendes Heulen, wie von untoten Seelen... Und inmitten dieser Ebene lebt er anscheinend, dieser Obsidianer. Er muß der Hüter eines großen Schatzes sein oder geheimes, unheiliges Wissen besitzen, daß diese Abenteurer nach ihm suchten. Sie brachen am nächsten Morgen auf, noch früher sogar, als unsere Karawane.
Ich sage dir, Freund, das war das letzte mal, daß man sie lebend gesehen hat. Als wir einen Mond später wieder durch die Stadt zogen, da kehrte ich noch einmal in dieses Haus ein- eigentlich wegen des guten Weines, aber ich erkundigte mich aus Neugier auch nach den Abenteurern und der schönen Rialla. Wie gesagt, sie wurden nicht mehr gesehen. Und jetzt füll mein Glas noch einmal, meine Kehle ist ja schon staubtrocken...“

- Aus der Dokumentensammlung „Von den Caers“ des Ehrenwerten Scholaren Terabass von der Ratsbibliothek in Urupa (gekürzt) -

"Die Namensgeber mußten sich viele unglaubliche Dinge einfallen lassen, um die Caers vor den Dämonen zu schützen... Nicht nur magische Schutzvorkehrungen waren notwendig, um die finsteren Kreaturen aus den Niederhöllen aufzuhalten. Kluge Köpfe ersannen Mechanismen und Schutzvorkehrungen natürlicher Art... Besonders interessant finde ich die Erzählungen über ein Caer, daß an den Gestaden des Aras Meeres liegen muß, nahe der Mündung des Nebelflusses. Die Bewohner legten dieses Caer unter der Wasseroberfläche an, auf dem Grund des Meeres. Nur zwischen den Gezeiten war die Öffnung zum Caer zugänglich...“

- Aus der Feder von Elena der Sängerin -

"Heute traf ich nach langer Zeit wieder meine guten Freunde die Helden von Kharms Rächern. Sie haben wieder wunderliche Geschichten über ihre Abenteuer berichtet. Besonders spannend fand ich einen Bericht über ein Caer, daß sie westlich des Todesmeeres entdeckt haben. Es war unter einem Feuersee verborgen. Sie konnten den Eingang nur unter größter Mühe und mit Hilfe starker Elementarmagie öffnen.
Zu ihrer Freude schien das Caer unberührt zu sein, und tatsächlich trafen sie auch auf Überlebende. Sie wurden zunächst feindselig empfangen, doch dann gelang es, das Vertrauen der Caerbewohner zu gewinnen. Ein seltsames Volk ist es, das dort lebt. Es sind Elfen, mit nachtschwarzer Haut und silbernem oder weißem Haar. Sie haben eine starke Verbindung zum Element Feuer und beherrschen seine mächtige Elementarmagie in vollendeter Form.
Viele Disziplinen haben diese Feuermagie in sich aufgenommen und verbinden uns bekannte Aspekte mit ganz neuen, die alle mit Feuer zu tun haben. Denali –er ist einer dieser Feuerelfen, der jetzt mit Kharms Rächern zieht, um unsere, für ihn unbekannte, Welt zu erkunden- folgt zum Beispiel einer Abwandlung der Schwertmeisterdisziplin, doch er kann mit bloßen Händen Feuer verformen, seine Waffen in Brand stecken oder Flammen auf seiner Haut züngeln lassen...“