Von den Rauchwölfen

 

- Diese Geschichte wurde von dem berühmten Krieger Alldjara von Gars in einer Schenke in Märkteburg zum Besten gegeben. Ich nahm mir die Freiheit, sie niederzuschreiben.

-Elena die Sängerin

Ich war noch ein kleiner Junge von kaum 12 Sommern als ich den Rauchwolf erlegte, dessen Fell noch heute meinen Umhang ziert.
Wir lebten nahe den Tylonbergen auf einem kleinen Hof. Es war im Fühjahr, zur Zeit der großen Regenfälle. Die Bäche waren zu reißenden Strömen angeschwollen, und das Land hatte sich in einen morastigen Sumpf verwandelt. Unser Hof lag am Eingang zu einer tiefen Schlucht, die in die Berge führte. Mein Vater war aufgebrochen, um in den Bergen zu jagen, denn unsere Vorräte waren fast aufgezehrt. Er blieb immer einige Tage lang fort und übertrug mir die Aufgabe auf den Hof, meine Mutter und meine kleine Schwester aufzupassen.
Eines Nachts zog ein Sturm über unseren Hof hinweg, wie man ihn selten erlebte. Es regnete in Strömen und Blitz und Donner zerrissen das Firnament. Ich konnte unsere Schafe draußen im Stall vor Furch blöken hören und beschloß, mich hinaus in das Unwetter zu wagen, um nach dem rechten zu sehen. Meine Mutter war voller Furcht um micht, denn der Sturm heulte und toste und zerrte an den Wänden des Hauses. Auch mir war nicht so recht wohl bei dem Gedanken, hinaus zu gehen, doch die Entscheidung traf sich von allein, als plötzlich ein lautes Bersten zu hören war. Ich blickte durch den Fensterschlitz nach draußen und sah, daß der Wind einen Stützbalken des Stalle eingedrückt hatte. Ich wußt, der Stall würde unvermeidlich zusammenbrechen, wenn ich den Balken nicht abstützte, also blieb mir nicht übrig, als mich in meinen Umhang zu hüllen und nac draußen zu gehen. Binnen weniger Augenblicke war ich durch den herabprasselnden Regen naß bis auf die Knochen undich hatte Mühe, mich gegen die Windböen zu stemmen. Ich lief ums Haus und holte die Axt meines Vaters, um einen Keil zu schlagen, den ich zwischen den eingeknickten Balken und das Dach des Stalls treiben konnte. Es gelang mir, die Gefahr zu bannen, und gerade wollte ich wieder ins Haus zurückkehren, als ich ein langezogenes Heulen hinter dem Stall hörte und gleichzeitig das angstvole Blöken eines Schafes. Ich packte die Axt fester und schlich vorsichtig, an die Stallwand gepresst, auf die andere Seite. Was ich dort sah, verschlug mir den Atem. Dort stand ein großes, zottiges Tier, ein Wolf mit breitem Kopf und einem borstigen, weiß-schwarz gemustertem Fell. Es war abgemagert aber drahtig, und unter seinem Fell konnte ich deutlich das Spiel der angespannten Muskeln sehen. Rücken und Läufe des Wolfs waren mit silbrigen Schuppenplaten durchzogen, die im Licht der zuckenden Blitze schimmerten. Um ihn herum waberte ein milchigweißer Rauch, der seine Gestalt teilweise verdeckte. Der Wolf hatte mit seinen mächtigen Kiefern ein Loch in die Stallwand gebissen und ein Schaf herausgezogen, daß sich nun im schlammigen Boden wand. ich muß einen Laut des Schreckens von mir gegeben haben, denn plötzlich zuckte der massige Schädel des Tieres in meine Richtung und er musterte micht aus tiefen, grünschimmernden Augen. Ich sah, wie er die Zähne fletschte und seine Muskeln zum Sprung anspannte, aber ich war starr vor Furcht und konnte mich nicht bewegen. Mit einem mächtigen Satz raste sein schlanker Körper auf mich zu und warf mich zu Boden. Sein Gewicht drückte mir die Luft aus den Lungen und er schnappte nach meiner Kehle. Ich riß meinen Arm hoch, und seine Zähne bohrten sich tief in mein Fleisch. Ich schrie und die Todesangst verlieh mir unglaubliche Kraft. Wie durch ein Wunder gelang es mir, den Wolf zur Seite wegzudrücken und mich aufzurappeln. Die Wunde an meinem Arm blutete stark und ich sah mein Blut an den Lefzen des Wolfes hinabtropfen. Gleichzeitig sah ich, wie sich plötzlich mächtige Rauchschwaden erhoben, die obwohl es noch immer stark windete, meine Sicht vollkommen einhüllten. Ich hörte wieder das Heulen des Wolfes und die kalte Hand der Panik legte sich um mein Herz. Ich taumelte durch den dichten Rauch und plötzlich sprang aus dem Nichts der Wolf auf mich zu. Das Schicksal meinte es gut in dieser Nacht, denn genau in diesem Moment glitt ich auf dem nassen Boden aus und fiel auf den Rücken. Meine Hand tastete ins Nichts und legte sich plötzlich um den Griff der Axt, mit der ich zuvor den Keil geschlagen hatte. Mit all meiner Kraft riß ich sie empor, dem Wolf, der auf mich zuraste, entgegen. Mit einem dumpfen Knacken bohrte sie sich in seine Brust. Der Wolf gab ein kurzes Winseln von sich und fiel mit aller Wucht auf mich. Ich spürte sein warmes Blut an mir hinabrinnen und den letzten Atemzug, den er aushauchte, auf meinem Gesicht. Ich lag noch lange da, bis der Regen schließlich aufhörte. Meine Mutter kam und sah was geschehen war. Sie brachte mich ins Haus und versorgte meine Wunden.
Am nächsten Tag kam mein Vater von der Jagd zurück. Er berichtete, daß ein Rudel Rauchwölfe in der Gegend gesehen worden war und er so schnell wie möglich nach Hause gekommen sei, um nach dem Rechten zu sehen. Er war sehr stolz auf mich an diesem Tag. Wir häuteten den Wolf und wie ihr seht trage ich sein Fell noch immer als Andenken an meine allererste Wunde in meinem allerersten Kampf.

GES: 9 STÄ: 7 ZÄH: 8
WAH: 6 WIL: 4 CHA: 4

Initiative: 9 Körperliche Widerstandskraft: 8
Angriffszahl: 2 Magische Widerstandskraft: 7
Angriff: 10 Soziale Widerstandskraft: 6
Schaden: Klauen 12    
Biß 14 Rüstung: 2
Anzahl der Zauber: (1) Mystische Rüstung: 2
Spruchzauberei: 10 Niederschlag: 7
Wirkung: s.u Erholungsproben: 2
Todesschwelle: 34 Laufleistung im Kampf: 45
Verwundungsschwelle: 8 Normale Laufleistung: 90
Bewußtlosigkeitsschwelle: 29 Ausrüstung: keine
Legendenpunkte: 135 Beute: *

*Fell, Schuppen

Kommentar:
Rauchwölfe sind gewöhnlich Einzelgänger, raufen sich aber in schlechten Zeiten zu Rudeln von bis zu zwanzig Tieren zusammen um so auch größere Tiere töten zu können. Sie leben vor allem in Bergen aber auch in der Steppe.
Das Heulen eines Rauchwolfs kann ein Opfer einschüchtern. Er legt eine Spruchzauberei-Probe gegen die magische Widerstandskraft seines gegners ab. Gelingt die Probe ist das Opfer eingeschüchtert. Bei einem durchschnittlichen Erfolg reduziert es alle Kampfstufen um eine Stufe, bei einem guten (oder besserem) Erfolg um zwei Stufen.
Der Rauchwolf kann eine undurchsichtige Rauchwolke beschwören, die ihn einhüllt und seine Gegner verwirrt. Bei einer gelungenen Probe gegen die Magische Widerstandskraft des Opfers erscheint eine dickte Rauchwolke. Der Wolf kann aus deren Schutz einen Überraschungsangriff führen, d.h. für diesen Angrif addiert er drei Stufen auf seinen Angriffswert.
Fell und Schuppen können überall in Barsaive für etwa 5-10 Silberstücke verkauft werden.