Steppenhyäne

 

- Ein Bericht von Pworthog Eichenbrecher vom Clan der Splitterknochen im Westen des Landes -

Der Angriff auf die kleine Flußsiedlung war von Zhronta gut geplant worden. Gestern hatte er eines der erbeuteten Pferde aus dem Lager treiben lassen, damit es wieder nach Hause trabte. An seinem Sattel hingen die Köpfe der beiden Bauern, die es gewagt hatten, Zhronta seinen Tribut zu verweigern. Ich konnte mir die Gesichter dieser rosenhäutigen Schwächlinge gut vorstellen, wenn das Pferd die stinkende Ansammlung wurmlöchriger Hütten erreichte. Sie würden heulen und kreischen und die Passionen mit ihren ängstlichen kleinen Gebeten beleidigen. Keiner von ihnen hatte ein Recht darauf, die Sonne ein weiteres Mal aufgehen zu sehen. Die ganze Nacht hindurch hatten die Knochentrommeln das Lied des Stammes gesungen und die Dörfler wie Hasen tief in ihre Löcher getrieben. Es würde ein leichtes werden, zu nehmen, was uns zustand.
Drei Dutzend Reiter warteten im Schutz des fast mannshohen Steppengrases auf Zhrontas Zeichen zum Angriff. Mein Blick streifte voller Stolz über meine Kameraden, die erhaben in ihren Sätteln thronten, bereit, wie ein Sturm über die Siedlung zu fegen. Tatsächlich kam im selben Moment ein leichter Wind auf, der das silberne Steppengras sanft niederdrückte, als würde es sich vor uns verbeugen. Mein Blick fiel durch die Halme zu einer kleinen Anhöhe, auf der die gedrungenen Körper eines kleinen Rudels Steppenhyänen erschienen. Ihr borstiges Fell mit den dunklen Flecken an Kopf und Rücken schimmerte leicht im Schein der Mittagssonne und ich konnte deutlich den scharfen Geruch ihrer Ausdünstungen wahrnehmen, der durch den Wind herüber getragen wurde.
Die Tiere gaben leise knackende Laute von sich und scharrten mit ihren kurzen aber kräftigen Läufen im Sand, als wären sie von der selben Ungeduld erfaßt wie wir. Ich bemerkte, daß sich ihre Muskeln und Rippenknochen deutlich unter dem Fell abzeichneten- scheinbar waren sie ausgezehrt und dem Hungertod nah. Für eine kurzen Moment empfand ich Verachtung für diese Tiere, die nicht den Mut hatten, sich aus den reichen Guundra-Herden zu bedienen, sondern dies den Löwen und Gwachaq überließen. Aasfresser, die sich von dem ernährten, was andere für sie übrigließen... Sie wußten, schon, warum sie der Spur unseres Clans folgten. Ich blickte wieder hinüber zu der Flußsiedlung, die sich still und einsam auf ihre kleine Anhöhe kauerte. Die Hyänen hatten nichts zu befürchten. Heute Nacht würden sie nicht hungrig einschlafen...."

GES: 6 STÄ: 6 ZÄH: 7
WAH: 5 WIL: 4 CHA: 2

Initiative: 7 Körperliche Widerstandskraft: 8
Angriffszahl: 1 Magische Widerstandskraft: 8
Angriff: 9 Soziale Widerstandskraft: 9
Schaden: Biß 12    
Klauen 10 Rüstung: 3
Anzahl der Zauber: NA Mystische Rüstung: 2
Spruchzauberei: NA Niederschlag: 9
Wirkung: NA Erholungsproben: 3
Todesschwelle: 42 Laufleistung im Kampf: 45
Verwundungsschwelle: 12 Normale Laufleistung: 90
Bewußtlosigkeitsschwelle: 34 Ausrüstung: keine
Legendenpunkte: 75 Beute: *


*Klauen, Zähne, Fell

Kommentar:
Die Steppenhyäane ist ein typisches Rudeltier, das in allen großen Steppen und Savannen Barsaives auf die Gelegenheit nach schneller Beute wartet. Die hundeähnlichen Kreaturen reichen einem Menschen etwa bis an die Hüfte und sind meist kräftiger, als sie aussehen. Ihr Fell ist struppig, an Rücken und Schädel meist länger und zottliger als am übrigen Körper. Das helle Fell ist oft mit schwarzen Punkten, Ringen oder Linien gezeichnet. Mit ihren kräftigen Läufen können sie schmerzhafte Hiebe austeilen und die spitzen Zähne ihres Gebisses haben sich schon in manche Gliedmaßen verbissen. Da sie Aasfresser sind, ist es nicht selten, daß die Hyänen Krankheiten mit sich tragen. Obwohl sie erstaunliche Kräfte entwickeln können, sind Hyänen feige. Sie scheuen einen direkten Angriff und ziehen es vor, daß andere die Beute schlagen. Sie sind aber nicht dumm, im Gegenteil. Die Orks erzählen sich so manche Geschichte von der Verschlagenheit der Hyäne, und das hat seinen Grund. Ein ausgehungertes Rudel kann sehr unangenehm werden und sogar die Offensive ergreifen. Die Hyänen verhalten sich bei solchen Jagten taktisch sehr geschickt und manövrieren ihr Opfer geschickt aus, um dann in einem günstigen Moment zuzuschlagen. Die Tiere sind sehr zäh, ausdauernd und hartnäckig. Wenn sie einmal den Entschluß gefaßt haben, selbst ein Opfer zu jagen, haben sie meist Erfolg...