Von den Opalechsen


- Aus dem Logbuch von Karem Firn, Abenteurer -

Wir waren am Morgen von Chorollis Gildenheim gen Westen aufgebrochen. Lotham, der Wirt, hatte und gewarnt zu dieser Jahreszeit in diese Gegend zu reisen. Angeblich wimmelte es dort nur von sogenannten Opalechsen, eine rechte Plage, die schon etliche Reisende auf dem Gewissen hatten. Aber wir hatten unsere Verpflichtungen, schließlich mußten wir unbedingt zum Ende des Mondes wieder in Urupa sein, hoffentlich mit dem Schild von Galha im Gepäck.
Also brachen wir auf. Einige Tage später stießen wir auf die ersten Zeichen der Opalechsen. Damals wußten wir natürlich noch nicht, daß es sich um das Werk dieser Wesen handelte. Wir liefen durch eine kleine Schlucht, als wir vor uns einen Ochsenkarren stehen sahen. Als wir näher kamen, sahen wir, daß die Ladung verstreut in der Landschaft lag; die beiden Ochsen, die das Gefährt einst gezogen hatten, lagen tot da, eingehüllt in eine seltsame zähe, opalig schimmernde Haut. Sie waren zerfleischt und angefressen, so als wären etliche Tiere mit scharfen Krallen und Zähnen über sie hergefallen. Unweit des Karrens fanden wir zwei Leichen, zwei junge Orks, einen Jungen und ein Mädchen. Auch sie waren in diese seltsame Opalhaut gehüllt und ebenfalls angefressen. Wir bestatteten die beiden und verbrannten die toten Ochsen, dann machten wir uns wieder auf den Weg.
Im Laufe des nächsten Tages stießen wir immer wieder auf ähnliche Spuren; Tiere unterschiedlicher Größe, die meisten fast bis auf die Knochen gefressen, aber alle in diese Opalhaut eingewoben. Wir waren auf der Hut und verstärkten nachts unsere Wachen. Am nächsten Tag erreichten wir eine kleine Siedlung an einem Fluß; dort lebten einige Dutzend Orks. Wir berichteten von unserem Fund und tatsächlich wurden in dem Dorf eben jene zwei junge Orks vermißt. Der Dorfälteste bat uns daraufhin, der Echsenplage ein Ende zu bereiten. Scheinbar befanden sich die Opalechsen gerade in der Brutzeit und waren besonders aggressiv. Sie lebten in den Bergen und kamen nur in dieser Zeit in die Täler.
Obwohl wir in Zeitdruck waren, gaben wir der Bitte nach, denn in dem Dorf lebten keine Krieger, die sich der Sache hätten annehmen können.
Man beschrieb und den Weg zu einer großen Höhle, der als Brutplatz der Echsen bekannt war. Je näher wir kamen, desto mehr eingehüllter Beute fanden wir, in unterschiedlichen Stadien der Verwesung. Die Höhle selbst war groß und weitläufig. Uns fiel sofort die unnatürliche Wärme in der Kaverne auf, und schließlich stießen wir auf die Ursache: heiße unterirdische Quellen. Dort hatten mehrere Opalechsen ihre Brutplätze errichtet.
Die Wesen waren gut 5 Schritt groß, mit einem langen, schmalen Schwanz der nocheinmal 3 Schritt maß. Ihre mit großen Schuppen bedeckte Haut war milchigweiß und schimmerte bläulich. Die Schuppen auf ihrem Rücken waren mit kleinen spitzen Stacheln besetzt und glänzten wie polierter Obsidian. Sie bewegten sich auf vier kräftigen, mit mächtigen sichelförmigen Krallen besetzten Beinen. Der Kopf war flach und dreiecksförmig, mit zwei tiefsitzenden schimmernden Augen. Das Maul besaß mehrere Reihen nadelspitzer Zähne, zwischen denen eine gespaltene Zunge zischelte. Die Echsen griffen sofort an, als sie uns sahen. Obwohl wir zu sechst waren, war der Kampf doch ausgeglichen, und mehr als einmal mußte ich um das Leben eines meiner Kameraden fürchten. Die Tiere bespuckten einige von uns mit einem zähflüssigen Schleim, der sich über den gesamten Körper ausbreitete und langsam zu erstarren begann. Tirohn, der von mehreren Echsen bespuckt wurde, konnte sich schon nach wenigen Sekunden nicht mehr bewegen und war von der zähen Opalhaut gelähmt. Glücklicherweise war wenigstens sein Gesicht frei geblieben, so daß er nicht fürchten mußte, zu ersticken. Auch wir anderen hatten mit dem erstarrenden Schleim zu kämpfen und waren den spitzen Mäulern der Echsen ausgeliefert. Doch mit Hilfe der Passionen gelang es, die Tiere zurückzudrängen und zu besiegen. Wir zogen einigen von ihren die Haut ab und brachten sie als Beweis unseres Erfolges ins Dorf der Orks zurück. Dort versorgte man unsere Wunden und war über alle Maßen dankbar. Eine alte Heilerin sagte uns, daß der erstarrte Opalschleim magische Eigenschaften habe, und in Ausdauertränken Verwendung fände. Sie kochte uns einen Weinschlauch von dem Gebräu, und obwohl es grausam schmeckte, hielt der Saft, was die Alte versprochen hatte.
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GES: 8 STÄ: 7 ZÄH: 8
WAH: 7 WIL: 9 CHA: 4

Initiative: 9 Körperliche Widerstandskraft: 10
Angriffszahl: 1 Magische Widerstandskraft: 9
Angriff: 10 Soziale Widerstandskraft: 8
Schaden: 12 Rüstung: 5
Anzahl der Zauber: (1) Mystische Rüstung: 3
Spruchzauberei: 12 Niederschlag: 8
Wirkung: s.u. Erholungsproben: 2
Todesschwelle: 39 Laufleistung im Kampf: 35
Verwundungsschwelle: 10 Normale Laufleistung: 70
Bewußtlosigkeitsschwelle: 31 Ausrüstung: keine
Legendenpunkte: 175 Beute: *

*Haut, Opalschicht

Kommentar:
Die Opalechsen leben hauptsächlich in Bergen, aber auch in Wäldern. Eigentlich sind sie recht friedlich und greifen nur an, wenn sie sich unmittelbar bedroht fühlen. In der Paarungszeit jedoch legen sie ein sehr aggressives Verhalten an den Tag und greifen so ziemlich alles an, was sich in ihrer Nähe aufhält. Sie leben in Grupen von etwa sechs bis acht Tieren.
Die Echsen sondern einen zähflüssigen Schleim ab, mit dem sie normalerweise ihre Behausungen errichten, aber auch im Kampf und zur Jagd auf große Beutetiere verwenden. Sie legen eine Spruchzauberei-Probe gegen die Magische Widerstandskraft des Gegners ab. Der Schleim erstarrt innerhalb von drei Kampfrunden völlig. Ein betroffener Charakter zieht pro Kampfrunde zwei Stufen von seiner Geschicklichkeitsstufe, seiner Initiative und allen auf Bewegung beruhenden Talenten ab. Sinkt die Geschicklichkeitsstufe auf Null, kann sich der Charakter nicht mehr bewegen. Er kann versuchen, die Opalhaut zu durchbrechen; dazu muß eine Stärkeprobe gegen einen Mindestwurf von 10 gelingen. Die Befreiung aus der Haut nimmt mindestens eine Kampfrunde in Anspruch.
Die Haut der Echsen ist 50 Silberstücke und als Trophäe Legendenpunkte wert. Die Opalschicht kann zu einem feinen Pulver gemahlen und als Zutat für Ausdauertränke benutzt werden. Eine Unze des Pulvers ist ca. 20 Silberstücke wert.