Matrixspringer

 

- Ein Bericht von Gujoklar, gelehrter Magier aus Urupa.

Ich hatte die Gelegenheit mich nach der Aufzeichnung dieses Textes noch einmal mit ihm zu unterhalten und glaubte aus seinen hitzigen Worten zu hören, daß er selbst schon einmal von diesen Wesenheiten befallen war... - "Matrixspringer sind eine unerhörte Landplage und können besonders für fähige Magier zu einer unberechenbaren Gefahrenquelle werden. Die Wesen können eigentlich nur im Astralraum existieren, aber die Erfindung von Zaubermatrizen und Matrixgegenständen ermöglichte es ihnen, aus der astralen in die physische Existenz zu wechseln. Wie Parasiten nisten sich die Wesen in den Matrizen des Zauberkundigen ein; sie stellen sich dabei so geschickt an, daß nur wenige den Befall bemerken, ehe es zu spät ist. Sie bevorzugen Talentmatrizen und Matrixgegenstände, da sie eine vergleichsweise einfache Struktur haben.
Die Wesen sind nicht mächtig genug, sich in magischen Gegenständen einzunisten; sie würden sich unweigerlich in der komplizierten Fadenstruktur verfangen und zugrunde gehen. Es ist auch nur von wenigen Fällen bekannt, daß Matrixspringer Gepanzerte oder Erweiterte Matrizen bewohnen- dies liegt womöglich ebenfalls an der komplexeren Struktur derselben. Die Wesen sind nur schwer in den Strukturen auszumachen, da sie Meister der Tarnung sind. Sie besitzen keine körperliche Form, sondern liegen eher als Schatten, Unregelmäßigkeit oder ungewohntes Farbspiel tief in der Matrix verborgen. Manchmal verweben sie die Strukturfäden der Matrix zu kleinen Knötchen oder verändern fast unmerklich ihre Symmetrie. Die Matrixspringer erhalten Zugang zu den Matrizen, wenn ein Zauberkundiger magische Energie durch sie leitet. Je mächtiger der Spruch, desto wahrscheinlicher ist es, daß ein Matrixspringer sich an den magischen Fluß haftet und sich in die Matrix spülen läßt. Dort bleibt er dann, wie durch ein Sieb gefiltert, hängen, und kann sich einnisten. Wenn sie sich erst einmal mit der Struktur einer Matrix verbunden haben, kann man die Biester nur schwer wieder loswerden- und sie beginnen dem Zauberkundigen echte Probleme zu bereiten. Es liegt in ihrer Natur, den magischen Fluß durch die Matrizen zu manipulieren, ja, sogar zu blockieren, wenn sie es wünschen. Dies führt dazu, daß Zauber nicht mehr verläßlich funktionieren, daß sie unvorhersehbare, sogar gegenteilige, Wirkungen entfalten. Sie können auch astrale Rückkopplungen bewirken, also die Effekte eines Zaubers auf den Wirkenden zurückwerfen, was besonders bei destruktiven Manipulationen und Elementarmanifestationen sehr unangenehm sein kann. In besonders schlimmen Fällen verschließen die Matrixspringer sogar die Matrix, so daß sie für den Zauberkundigen unbrauchbar wird, bis er sich der Kreatur entledigt hat.
Die Reinigungsprozedur ist allerdings alles andere als einfach. Nur wenige beherrschen sie und sie ist halsabschneiderisch teuer. Im Verlauf der Prozedur wird die befallene Matrix neutralisiert und gereinigt. Man kann sie dann wieder gefahrlos benutzen, allerdings erst einige Tage später, bis sich die Struktur wieder vollkommen regeneriert hat. Was die Matrixspringer wirklich zu einer Landplage macht ist, daß sie ihren ‚Wirt' scheinbar auf eine nicht nachzuvollziehende Weise markieren können- wer einmal von Matrixspringern heimgesucht wurde, wird auch in Zukunft immer wieder mit ihnen zu kämpfen haben. Glücklicherweise treten Matrixspringer nur in Gegenden hoher magischer Präsenz, also in verunreinigten und verseuchten Gebieten des Astralraums, auf. Allerdings möchte ich jedem magisch kundigen Namensgeber raten, den Kontakt zu infizierten Zauberkundigen zu meiden- man kann ja nie wissen, ob sich die Wesen nicht auf die eigenen Matrizen übertragen...."

GES: 5 STÄ: 4 ZÄH: 4
WAH: 12 WIL: 12 CHA: 10

Initiative: 14 Körperliche Widerstandskraft: NA
Angriffszahl: NA Magische Widerstandskraft: 18
Angriff: NA Soziale Widerstandskraft: 16
Schaden:   Rüstung: NA
Anzahl der Zauber: 1 Mystische Rüstung: 8
Spruchzauberei: 20 Niederschlag: NA
Wirkung: 23 Erholungsproben: 4
Todesschwelle: 50 Laufleistung im Kampf: 75
Verwundungsschwelle: 14 Normale Laufleistung: 150
Bewußtlosigkeitsschwelle: 43 Ausrüstung: keine
Legendenpunkte: 250 Beute: keine

Kommentar:
Um einen Befall einer Zaubermatrix durch einen Matrixspringer zu erkennen, ist eine Probe im Bereich der astralen Wahrnehmung gegen einen Mindestwurf gleich der Magischen Widerstandskraft des Springers nötig. Bei dieser Probe muß ein hervorragender Erfolg erzielt werden. Jedes mal, wenn der Matrixspinger seine Kraft einsetzt (und das ist eigentlich bei jeder Aktivierung der Matrix der Fall) , sinkt der Mindestwurf jedoch um zwei Punkte.
Ein Befall kann die unterschiedlichsten Auswirkungen haben; dem Spielleiter sind hier keine Grenzen gesetzt. Zu beachten ist allerdings: die Matrixspringer sind dem befallenen Charakter nicht grundsätzlich böse gesonnen- sie fühlen sich nur bei ihm wohl. Obwohl meist sehr seltsame Dinge im Umkreis eines befallenen Zauberkundigen geschehen, haben die Kräfte der Matrixspringer manchmal auch einen positiven Effekt. Grundsätzlich würfelt der Matrixspringer bei jedem Einsatz seiner Kraft mit seiner Spruchzaubereistufe gegen die magische Widerstandskraft des Zaubernden. Ein durchschnittlicher Erfolg ist ausreichend, um die Kraft zu aktivieren.
Beispiele für eintretende Effekte wären:
- die Reichweite eines Zaubers verändert sich
- der Zauber springt auf ein anderes Ziel, als eigentlich geplant
- der Zauber misslingt komplett
- der Zauber wird ins Gegenteil umgewandelt
- der Zauberkundige addiert die Willenskraftstufe des Springers zum Wirkungswurf des Zaubers
- die Matrix wird vom Springer gesperrt, für eine Anzahl von Tagen gleich dem Ergebnis der Wirkungsprobe des Zauberkundigen
- bei einem außergewöhnlichen Erfolg des Matrixspringers wird der Zauber an der Matrix vorbeigeleitet, sprich: mit Roher Magie gewirkt.

Matrixspringer können mehr als eine Matrix des Zauberkundigen befallen. Sie legen für jede Matrix eine gesonderte Probe ab. In der Matrix, bei der das höchste Ergebnis erzielt wurde, hält sich der Springer bevorzugt auf. Ein Wechsel von Matrix zu Matrix kann in Gedankenschnelle vollzogen werden, wenn dem Springer eine Willenskraftprobe gegen einen Mindestwurf von 10 gelingt. Matrixspringer sind gesellige Wesen; haben sie es sich einmal in einer Matrix bequem gemacht, beginnen sie, auf magischem Weg Artgenossen anzulocken. Wann ein Artgenosse eintrifft, ist davon abhängig, in welcher Region des Astralraums sich der befallene Charaktere gerade aufhält: verunreinigte Gebiete wenige Tage befleckte Gebiete einige Wochen offene Gebiete einige Monate sicher Ruf nur, keiner hört dich.